Am anderen Morgen sah die Welt schon viel freundlicher aus, nicht nur weil ich geschlafen habe wie ein Brett, sondern auch weil der Himmel erbarmen mit mir zeigt: es hat aufgehört zu regnen.

Ich versuche noch einmal Hans zu erreichen. Wieder nichts. Ich stecke den Brief, den mir Ulf mitgegeben hat in den Briefkasten und will weiter trampen nach Antwerpen. Noch schnell etwas für unterwegs gekauft. Aber Pech gehabt, die Geschäfte machen erst in einer halben Stunde auf. Vollmilch und ein paar Pakete Mars als Marschverpflegung. Ein paar Riegeln schlinge ich auf der Straße herunter.

Die Leute gaffen‑ sollen sie ruhig. Jetzt brauche ich ne Bank, um Gulden in belgische France zu wechseln. Wieder viele Kilometer zu Fuß und mit vollem Marschgepäck. Nachdem das erledigt ist, suche ich nach einer Ausfallstraße in Richtung Antwerpen. Niemand hält. Die Welt ist schlecht und meine Eltern hatten Recht. Ein paar kurze Lifts von 5‑ 20 Kilometern bringen mich nur sehr langsam voran. Ich brauche 12 Stunden für die 200 Kilometer von Amsterdam nach Antwerpen! Von meinem Heimatort zur holländischen Grenze waren es gerade mal 9 Stunden und das zwischen 20.00 und 4.30 Uhr.

Antwerpen, Brügge, Gent

Fällt weg, da ich keine Lust zum Schreiben gehabt hatte. War aber auch bis auf ein paar kleine zwischenmenschlichen Begegnungen nichts Besonderes.

Paris 14/15. Sept. 1984

Ich sitze im Straßencafe am Boulevard St. Germain und beobachte die Leute. Mein  erster Eindruck: Menschen, Menschen, Autos und eine rege Betriebsamkeit. So viele Menschen und alle in dieser riesigen Stadt mit ihren alten Bauten und Millionen von Tauben. Ich musste durch die halbe Stadt laufen, weil kein Hotel mehr ein Zimmer für mich hatte. Jetzt habe ich ein viel zu teures Zimmer gefunden, für 90 Francs aber mit Breakfast und Shower.

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