Ich bin betroffen von dieser Stimmung. Wehmut steigt in mir auf. Ich wäre jetzt auch lieber glücklich mit einem Mädchen, dass mich liebt. Statt dessen trampe ich mutterseelenallein durch die Welt. Wieso? Ich wüsste da auch schon ein passendes Mädchen. Sie  schwärmt von  Paris. Bin ich deshalb hier? Ich weiß es nicht. Vielleicht auch deswegen.

Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich Paris mag. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr beginne ich, Paris zu mögen. Man sagt ja, dass bei zwei Menschen, die sich zufällig treffen, die ersten 20‑ 30 Sekunden darüber entscheiden, ob sie sich mögen oder nicht. Mit mir und Paris ist das etwas anderes. Das Wetter ist kein Wetter für die Liebe auf den ersten Blick. Paris hat viele Gesichter und ich bin gespannt auf die anderen Gesichter von Paris. Ich kenne noch fast nichts von Paris, bis auf den Regen und die Tauben.

Paris hat internationales Flair (ein schönes Wort) und etwas ganz Faszinierendes an sich, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Hier gibt es alles, Hippies, Freaks, Popper und stinknormale, die so normal sind, dass sie schon wieder auffallen; Familien, Paare, Singles also Menschen aller Couleur. Alle leben irgendwie freiheitlich miteinander. Besser weiß ich es nicht zu beschreiben.

Die Sprache Französisch hat etwas feines und wohlklingendes an sich. Es ist eine Sprache für Sonn‑ und Feiertage und für die wichtigen Dinge im Leben, nichts für gewöhnliche Tage oder Dinge. Schade, dass ich so wenig von dieser Sprache verstehe. Die Menschen haben manchmal etwas Anonymes an sich, weil sie so verschieden sind und in so großer Anzahl auftauchen. Mich wundert, dass alle Menschen irgendwie hübsch aussehen, ohne besonders toll auszusehen.

Der gesamte Standard an Schönheit ist hier etwas höher. Die jungen genauso wie die alten Menschen sind irgendwie auf ihre Art „nice people“, oder auch weil sie überhaupt eine Art haben. Vielleicht liegt das an der Herkunft der Franzosen oder an dem Umstand, dass in Frankreich weniger Inzucht betrieben wurde als anderswo. Ich muss zusehen, wie ich mit meinem Englisch  hier weiterkomme. Mit einer anderen Sprache kommt man sich immer ein bisschen fremd vor, daher versuche ich, so viele französische Wörter zu benutzen wie möglich, um dazuzugehören.

Irgendwie tut es mir jetzt leid, dass ich mich damals in der Schule gegen Französisch und für Latein entschieden hatte. Ich freue mich schon auf Spanien, weil ich hoffe, dass dort endlich die Sonne scheint.

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