Es ist spät, also werde ich jetzt Lebensmittel und Seife einkaufen, bevor es wieder stärker regnet. Gleich werde ich mich wieder einreihen in die vieläugige anonyme Schlange aus Menschen und werde dann vielleicht selbst zu einem Objekt in einem Buch werden, so wie meine Figuren aus diesem Buch an mir vorbeigegangen sind.

Gleich verschmelze ich mit dem scheinbar nie abbrechenden Strom von Franzosen. Noch einmal Luft holen als Individuum und dann los. In ganz Paris scheint es nur eine Handvoll von Lebensmittelläden zu geben. Die Franzosen kaufen selten etwas zu essen ein. Sie gehen viel lieber in ein Straßencafe und lassen sich das Essen vorsetzen. Dagegen gibt es an jeder Straßenecke  einen alten Buchladen. Die Franzosen sind scheinbar hochintellektuell, aber von Büchern wird man nicht satt. Nach einer Stunde Suchen habe ich schließlich eine klitzekleine Epicerie gefunden.

Den ersten Clochard habe ich auch schon gesehen. Metro fahren macht viel Spaß. Zuerst habe ich überhaupt nichts verstanden. Wahrscheinlich zu intellektuell für mich als Ausländer. Am zweiten Tag habe ich fast alles verstanden und zwar so gut, dass ich es sogar wagte, ohne Fahrschein zu fahren. Das sollte man heute wegen der allgegenwärtigen Videoüberwachung tunlichst vermeiden. Die kleinen, flotten Politessen machen sich einen Spaß daraus, süße, kleine, ausländische Tramper mit Bußgeldern  zu beglücken.

Barcelona

Ich bin todmüde nach einem 10 Stunden Non‑Stop‑Lift von Les Mans nach Barcelona. Ich habe nicht schlafen können, weil ich Angst hatte, dass mein Fahrer einschläft und wir beide erst im Himmel wieder aufwachen.

Wir haben viel gesprochen  über das Leben und alles Andere. Klaus ist Deutscher und Arzt. Er will mit seinem Surfbrett auf den Dach noch runter bis Gibraltar, wo er Freunde trifft. Er nimmt das Leben ziemlich locker, hat aber nie Zeit. Nie würde ich  versuchen, nur mit kurzer Pause (fast  Non‑Stop) von Freiburg nach Gibraltar zu fahren. Ich riet ihm dringend dazu, ein Schläfchen zu machen und dann ausgeruht die Reise fortzusetzen. Er wollte es sich überlegen‑ Ärzte!

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